Bivvy Session: 20kg Flusskarpfen im Winter

Bivvy Blitznews: Jan Grashoff mit 40er Flusskarpfen im Winter!

Es ist das 3. Wochenende im Januar, es ist 20 vor 10 und grade drückt mein Wasser durch die Espressomaschine nach oben. Der Bissanzeiger gibt nur einen einzelnen Pieps von sich und etwas entnervt denke ich an die Wasservögel die auf einem meiner Spots tauchen und von denen ich vor etwas mehr als einer Stunde bereits einen von meinem Haken befreien musste.

Auch die Brassen waren angelockt durch Groundbait und Partikel, auf einem anderem Spot schon aktiv und ein paar der schleimigen Gesellen haben mich durch die Nacht und den Morgen begleitet. So sitze ich in der Tür meines Bivvy und schaue auf die Ruten. Nichts passiert.

Kurz denke ich noch an das vergangene Wochenende im Sturm, als ich zum Jahresauftakt 2 Fische mit exakt 15pfd und 15kg auf die Abhakmatte legen konnte und ärgere mich über den Ansturm auf das Gewässer und auch auf die Stelle die die Veröffentlichung der beiden Fische nach sich zog. Das alles nur wegen 2 Winterfischen und einer Hand voll Angler die sich keinen eigenen Kopf machen wollen.

Jetzt sitze ich wieder an „meinem“ Fluss zwischen Verzweiflung und Hoffnung und kämpfe mit Brassen, Federvieh und der Ungewissheit ob „zu viel“ oder „zu wenig“ Futter an die Spot geflogen ist. 400g Boilies und etwa 500g Hanf/Mais mit Groundbait gemischt pro Tag und Rute ist im Fluss mit allen seinen Mitbewohnern eher wenig, kann aber im Winter auch schon viel zu viel sein.

Auf ein Kaffee im Bivvy - Winterkarpfen sind träge

Als im Bivvy sitze und das Zischen und Blubbern den fertigen Kaffee ankündigt, kann ich endlich den Blick von meinen Ruten lösen. Als ich mir grade die erste Tasse einschütten, als der Bissanzeiger sich erneut meldet, die Rute sich sehr deutlich verneigt und die Bremse anfängt ihr langsames Lied vom Fischkontakt zu singen. In Sekundenbruchteilen bin ich an der Rute.

Winterfische sind träge, trotzdem ist schnell klar das der Karpfen am anderem Ende nicht in die Kategorie Kindergarten gehört….

Als der Schuppenkarpfen endlich vorm Kescher auftaucht sind alle Zweifel, aller Ärger verflogen. Die Wasservögel sollen sich doch holen was sie wollen und die nächtlichen Brassen gehören eben manchmal genauso dazu wie dieser knapp über 20kg schwere Erfolg an einem kaltem Samstag morgen im Januar 2015.

Jan Grashoff

Karpfenangeln in Frankreich