Bivvy Session: Krautkarpfen

Dennoch ist es so, wie auch die meisten von euch wissen, dass die Monate Januar bis einschließlich März einfach zu den schwierigsten Monaten gehören wo auch ich mit Abstand die meisten blank Nächte zu verbuchen hatte. Dieses ist die Zeit wo ich mir Intensiv Gedanken über meine neue Vorgehensweise für das anstehende Jahr mache.

Heißt im Klartext zunächst Futter, für mich immer einer der wichtigsten Faktoren zum Erfoog. Eine Fülle von Informationen bietet ja auch das Internet, somit wurde ich Google sei Dank relativ schnell fündig. Ich legte den Fokus auf Unterwasseraufnahmen und stieß ziemlich schnell bei Youtube auf diverse Videos, die mit der Water Wolf Kamera aufgenommen wurden. Häufig zu sehen war, das nicht nur Futter und Hakenköder deutlich zu erkennen war, sondern auch die Montage inklusive Tube und oder auffälligem Blei in Farben was mal so gar nicht ins Unterwasser Umfeld passte.

Karpfen im Kraut - Die Sache mit der Tarnung

Etwas neues in Sachen Montagen sollte es dieses Jahr sein so stieß ich nach kurzer Zeit des Suchens im Internet auf ein Leadcore der Firma Carpspot. Es handelt sich hier um ein Leadcore mit „Krautmantel“ in 45 lb was in 2 Farben erhältlich ist. Braun und Grün die wichtigsten Farben halt. Bleie gab es zu diesem Zeitpunkt nur in Grün, nicht weiter schlimm da ich mit meinen braunen Bleien im Pulver beschichtetem design sehr zufrieden war, und diese auch Prima zum Leadcore passen.

Als Endgame endschied ich mich für den Korda Haken Wide Gape in XX der mir schon Jahrelang gute Dienste erwies sowie das Kamo Coated Hooklink Vorfachmaterial was durch seine mittelsteife Eigenschaft und seinem super „tarn Effekt“ genau meinen Ansprüchen genügte und prima ins Set up passt. Versehen mit einem „Knicker“ am Haken Kopf und einen kleinen Stück Schlauch am Haken Schenkel sowie einem kleinen konter Blei auf dem Vorfach war die Montage schon fertig.

Karpfen im Frühjahr - Die ersten Nächte Anfang April

Die Temperaturen stiegen, aber das Wasser erwärmte sich nur langsam, somit machte ich es mir einfach und ich Entschied mich dafür meinen Fisch Mix als Stick Mix zu nutzen diesen mit Mais, Tigernüssen sowie Hanf anzureichern und mit dem Futterboot punktgenau zu Füttern. Hohe Lockwirkung und erst mal Aktivität auf dem Futterplatz so war mein Plan.Ein Flachwasserbereich der am Tag viele Sonnenstunden abbekam und wo ich schon Fischaktivität entdecken konnte sollte es nun richten.

Am Montagmorgen am Wasser angekommen baute ich schnell mein gesamtes Tackle auf. Dieser Morgen war wirklich frisch und ich kochte mir erst mal einen Kaffee. Wenn immer es geht verzichte ich auf Zelt und nehme nur einen Schirm mit. Bei freier Sicht aufs Wasser bekommt man einfach immer mehr mit und man kann die Natur voll und ganz genießen. In diesem Seebereich steht zu jeder Jahreszeit das Kraut dennoch hatte ich einige krautfreie Stellen gefunden und legte meine Montagen mittels Futterboot sauber und sicher in die Kraut freien Löcher.

Ich machte mir natürlich im Vorfeld Gedanken wie ich mit dieser Montage fischen wollte und so tauschte ich meine Swinger gegen leichte Hänger ein und fischte mit durchhängender Schnur. Das Krautleadcore würde sich sauber am Gewässergrund ablegen es kam dem vorhandenen Kraut täuschend nahe. Gegen Mittag bekam ich wie aus dem Nichts den ersten Lauf, diese Bisse kannte ich noch aus meiner Anfangszeit an diesem Gewässer wo ich fast der Einzige war der auf Karpfen fischte brutal und mit voller Kraft zog der Fisch seine Bahnen. Nach einer Zeit zeigte sich der Fisch an der Oberfläche und ich konnte einen alten bekannten sicher über den Kescher führen. 22 kg super Einstand der Plan ging auf. Bis zum anderen morgen fing ich noch 3 weitere Fische bis 14 kg.

Die Zeit verstrich und die Laichzeit brach an

Spontan ans Wasser zu fahren ist nur selten meine Absicht, viel lieber habe ich einen Plan, achte auf die Wetterbedingungen und fahre gezielt los. Dennoch war es zu diesem Zeitpunkt alternativ los. Ich vermutete dass die Fische kurz vorm Laichen standen, das Zeitfenster war auch mehr als knapp zudem hatte nicht das Gefühl, das ein angelegter Futterplatz zu diesem Zeitpunkt keinen Sinn machen würde. Angekommen am Wasser entschied ich mich dafür zunächst die Fische aktiv zu suchen.

Nach einiger Zeit erreichte ich eine kleine Bucht und konnte einige Fische ausmachen das Schauspiel beobachtete ich eine Weile und ich sah immer neue Fische kommen einige große Einzelfische und einige kleine in Truppen umher schwimmen mein Gefühl gab mir recht das es nicht mehr lange dauern sollte bis die Fische laichen. Die Platzwahl war somit getroffen, ich befischte den Ausläufer der Bucht um ankommende Fische abzugreifen sowie eine Rute am eigenen Ufer. Die dritte behielt ich mir als Joker Rute zurück und wollte mal schauen wo ich diese Platziere. Direkt in der Bucht zu fischen kam für mich nicht in Frage da ich eventuell Laichende Fische nicht stören wollte.

Nach kurzer Zeit bekam ich auf meine Krautmontagen die ersten Läufe und fing bis zum frühen Abend 3 Fische bis 13 Kilo. Es hatte sich ausgezahlt diesen Spod zu wählen die Fische waren am fressen dennoch ließen die großen auf sich warten. Ich nahm mein Fernglas und schaute ob ich nicht einen Fisch auf „Sicht“ anwerfen konnte. Und nach einiger Zeit konnte ich tatsächlich einige große Fische unter einem überhängendem Baum ausmachen. Ich montierte um und endschloss mich dort einen einzelnen Pop up am Chod Rig anzubieten. Gesagt getan kurze Zeit später war das Eisen im Feuer und nach nicht einmal 15 min lief die Rute ab. Im Kraut setzte sich der Fisch zunächst fest und ich hatte Mühe ihn zu lösen dennoch gelang es mir ihn samt Kraut in den Kescher zu befördern. Über die Ausmaße konnte ich mir erst ein Bild machen als ich das Kraut entfernt hatte und so kam ein super Spiegler zum Vorschein mit knapp 20 Kilo Bingo, super Glücklich die richtige Endscheidung getroffen zu haben packte ich am frühen Dienstagmorgen ein und beendete diese Session dann mit 6 gefangenen Fischen.

Vom Sommerloch und Löcher im Kraut

Die nächsten 2 Tage am Stück wollte ich nun an einer tiefen Steinkuhle unserer Nähe verbringen, hier habe ich das Glück ein Boot nutzen zu können. Ich brachte zunächst einige Tage im Vorfeld ein wenig Futter ein und beackerte die favorisierten Plätze. Das Wasser ist unheimlich klar und Sichtweiten bis zu 6 Metern mit dem Aquascope möglich. Auch hier weist der See einen starken Krautbewuchs auf somit stand die Endscheidung schnell fest, ich fischte meine Krautmontagen und legte sie in unterschiedlichen Tiefen einfach in die Krautfreien Löcher. Ich setzte auf das grüne Leadcore, unauffällig passte es sich dem Kraut an.

Die Montage auf 5 Meter konnte ich beim ablegen noch prima kontrollieren und ich war zuversichtlich das sowohl die Platzwahl wie auch die Wahl der Köder die richtige war. Kurz um die Fische liefen ich fing in 2 Nächten 7 Fische mit einem Schnittgewicht von mehr als 15 Kilo auch hier waren es zum Teil heftige Bisse die wie aus dem nichts kamen. Das Zusammenspiel mehrerer positiver Faktoren mir an diesen Tagen eine wirklich tolle Session.

Der goldene Herbst

Ich blieb meiner Linie treu und versuchte viel an den Baggerseen unserer Region. Die Endtäuschung der letzten Auslandstour noch nicht ganz verdaut, ging es zunächst daran, neues Selbstvertrauen zu tanken. Mehr denn je wollte ich mich gründlicher auf die nächste Session vorbereiten, wählte kein bestimmtes Datum, sondern machte alles abhängig von den Wetterbedingungen. Kontinuierlich und über einen Zeitraum von 14 Tagen brachte ich Futter ein.

Ein günstiger Partikelmix angereichert mit Pellets und Muschelfleisch, dazu meine Fischpillen in den Größen 20 und 24 mm sowie ein paar Tigernüsse sollten es richten. Meine Wetter App sagte für die folgende Woche fallenden Luftdruck vorraus. Also packte ich mein gesamtes zeug Dienstagmorgen zusammen, um an meinem zweiten freien Tag, der in dieser Woche auf einen Mittwoch viel, zügig loszukommen. Die Ruten waren, trotz des großen Aufwands, den ich betrieb, bereits um 10:00 Uhr im Wasser.

Vereinzelt sah ich rollende Karpfen., was immer ein gutes Zeichen ist. Um 12:00 Uhr meldete sich mein Bissanzeiger. Ein kleiner aber sehr schön gezeichneter Spiegler machte den Anfang. Der nächste Lauf kam um 14:00 Uhr, und ein weiter Spiegler mit 15 Kilo plus fand den weg in den Kescher. Fortan liefen die Fische konstant. Sie hatten die Futterplätze voll angenommen. Das Wetter ist und bleibt, meiner Ansicht nach, einer der wichtigsten Faktoren. Bis zum Morgen fing ich fünf weitere Fische, darunter einen wunderschönen Schuppenkarpfen. Blicke ich auf das vergangene Jahr zurück kann ich sagen, es war ein gutes Jahr. Neue Wege öffneten neue Türen. In diesem Sinne euch allen ein gutes Jahr 2018 mit hoffentlich vielen guten Fischen.

Stefan Kischel
Team MK- Angelsport
Carp Madness

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